Trauer in der Schule

Der Amoklauf von Winnenden jährt sich zum ersten Mal. Ich kann mich noch gut daran erinnern, was mir damals durch den Kopf ging, nachdem ich gerade mal fünf Wochen zuvor mein Referendariat begonnen hatte: Fassunglosigkeit, Unverständnis, Trauer…
Das Thema “Leid und Trauer” begegnet mir derzeit auch im normalen Unterricht. In meiner neunten Klasse behandle ich in Religion die Unterrichtseinheit “Sterben, Tod und Auferstehung” (Hoffnung über den Tod hinaus). Die Schüler sind nicht besonders begeistert, da man “über so etwas doch nicht spricht”, “das zieht einen nur runter”. Diese Reaktion kann ich auch nachvollziehen, muss jetzt aber auch feststellen, dass die Schüler nach einigen Stunden in der Thematik bewusst über das Thema nachdenken und es auch ihr Interesse geweckt hat.
Allerdings habe ich in der Klasse auch einige Schüler, die erst vor kurzem einen Trauerfall in der Familie hatten. Die Diskussion über den Umgang mit Tod und Sterben spricht sie emotional sehr an. Ich lasse ihnen die Freiheit auch mal aus dem Klassenzimmer zu gehen, wenn es ihnen zu viel wird. Während die anderen Schüler eine Aufgabe haben, spreche ich dann mit ihnen darüber vor der Türe. Dieses Gespräch zwischen Tür und Angel ist aber nicht wirklich zufriedenstellend. Die Zeit reicht nicht aus, um ein tieferes Gespräch zu führen und auch wenn ich eine pädagogische Ausbildung habe, ist es sicherlich keine seelsorgerliche. Ich überlege noch, welche Möglichkeiten ich den Schülern aufzeigen kann, oder an wen ich sie verweisen könnte?

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